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Zum
Deutschlandwunder

Wunsch und Wahn in der postnazistischen Kultur
Kongress gegen die Versöhnung mit der deutschen Nation
9. bis 11. Mai 2008 in Bremen


Bevor ich wieder meine sommerliche Ozonlochflucht in das klimatisierte Festspielhaus am Bodensee antrete, beschliese ich wieder einmal auf Deutschlandtou tourne (SW, E, HH, B, SW) zu gehen. Und weil zum gleichen Zeitpunkt der Deutschlanwunder Kongress in Bremen stattfindet, den auch noch „mitzunehmen“, obwohl mir selten der Sinn solcher Vorträge noch nie so richtig erschloss: wenn sich alle die Redemanuskripte daheim zu Gemüte ziehen würden, könnte man sich sofort dem Tanz zuwenden*...

Da in Bremen schon zu Beginn der Veranstaltungsreihe deren „Message“ bereits in Buchform vorlag, hatte ich eigentlich gleich das Weite suchen können. Aber ich hatte meinen Unkostenbeitrag bereits geleistet und es war dann auch doch sehr aufschlussreich, die geballte Dummheit der Drehbuchautoren von „der Untergang“, Dresden“ und Gustloff“ ,als Konzentrat aufgearbeitet, präsentiert zu erhalten. Die dargebotenen Fakten (ich hatte die Filme dank warnender Rezensionen die gesehen) erzeugte einen Gefühlscocktail aus Wut, Zukunftsangst (ach wie Deutsch ) und wohliger Besserwisserei.

Thema war auch der leider bedeutende Kinderbuchautor Wolf (Kalmuczak) und seine Endlosserie TKKG. . Der versucht in seinen Machwerken offensichtlich kleine Herrenmenschen aus seinen Lesern zu formen*, aber diesen Vortrag anzuhören hatte ich nicht mehr die nötige Gelassenheit – und bevor ich zum Autorennasenbeinbrecher avisiere, legte ich mich lieber lesend zum Sonnenbad an das schöne Weserufer.

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Er soll sich da aber keine zu großen Hoffnungen machen, war doch eines meiner Lieblingkinderbücher die Geschichte einer treuen Knabenfreundschaft, sogar mit bescheidenem aber edlem Prinzen (Erik, von Serge Dalens, sogen. Spurbücher, heute noch verlegte Pfadfinderliteratur) dessen ad`liges Blut dann im 3. Band, dem Deutschen Volke zum Wohle, die Schützengraben des WK1 heldenhaft dünkte...  und andere  Kriegspropaganda...
Das keine Nation ein solches Blutopfer Wert sei, ist eine Erkenntniss, auf die ich trotz solcher der noch heute gedruckten Pfadfinderbücher kam.

Abends kam es dann doch zum Tanz obwohl irgendein Schlaumeier eine professionelle DJ-Anlage an normale Boxen angeschlossen hatte...

Es verwirrte mich ein wenig, das einige Teilnehmer unbeschadet Lonsdal-klamotten trugen und natürlich hab ich mich nicht getraut zu fragen, aber vermutlich hätten sie mir etwas von „Aneignung und Entwerten von Sceneattriebuten erzählt“ und auf  ein ähnliches  Vorgehen  der Autonomen Nationalisten verwiesen.
Aber man kommt der Wahrheit wohl eher näher wenn man ihnen unterstellt, das sie gerne den Rest der Linken zur Diskussion provozieren sprich ärgern wollen.

OT:
in solches Tun investiert die teutsche Linke einen Großteil ihrer spärlichen Bemühungen und deshalb macht sie in BRD vermutlich auch so wenig Geschichte.....

Als sich in der abschließenden, avantgardistischen Linksrunde mit der berühmten „Wastunfrage“ konfrontiert sah, beherrschte aber lediglich floskelreiches, intellektuelles Verbalachselzucken die vertraut Versammelten.

Aber wenn die Geschichte weiterhin in der erwähnten Art von unserem Leitmedium gemacht wird, erleichtre ich mich irgendwann mit einem lustigem Kurzvideo, das die Essenz des Kongresses in einer Sprache übersetzt, die alle sprechen.

O.K....-nennt mich Berufsjugendlicher... ;-) (ist ein Insider für Kenner des „antideutschen Manifests“.


der ganze Text der Einladung:

Die HerausgeberInnengruppe kittkritik (in Kooperation mit der Rosa-Luxemburg-Initiative Bremen und der Rosa-Luxemburg-Stiftung, mit finanzieller Unterstützung des Solidaritätsfonds der Hans-Böckler-Stiftung) lädt zum „Deutschlandwunder"-Kongress ein. In Vorträgen und Workshops werden die Autorinnen und Autoren des gleichnamigen Buches ihre Beiträge u.a. zu der Bedeutung von Familie, Generationen- und Geschlechterverhältnis, postfaschistischer Subjektstruktur, Antisemitismus, deutschem Opferdiskurs etc. anhand von Beispielen aus Filmen, Hör- und Computerspielen, Sport, Literatur, Kunst und Popmusik präsentieren.

Ausgangspunkt ist die das aktuelle, sich seit 1990 neu formierende deutsche Nationalbewusstsein in seinem Verhältnis zu kulturindustriellen Darstellungen des Nationalsozialismus: Neben die fortwährende Stilisierung der Deutschen als Opfer tritt momentan die Integration von Auschwitz in die medialen (Re-)Inszenierungen der deutschen Erinnerungsarbeit als gesellschaftlichem ‚Kitt', in der die Nation zum kollektiven Objekt der Identifizierung wird.

Es soll darum gehen, den Zusammenhang von Nationalismus und deutscher ‚Vergangenheitsbewältigung' als Kern der Kritik an kollektiven und individuellen Schuldabwehrstrategien zu reflektieren und dabei den Fokus auf die Bedeutung des deutschen Generationenverhältnisses - insbesondere dem der Enkel- und NS-TäterInnengeneration - zu richten. Die neue Unbefangenheit im Umgang mit der Geschichte, in der Auseinandersetzung mit den Erfahrungen der eigenen Großeltern, der Wunsch, bei der Weltmeisterschaft auch einmal unbeschwert „schwarz-rot-geil" zu sein, macht die dritte TäterInnengeneration zum Protagonisten eines neuen postnazistischen Nationalgefühls, das in jener Kultur entstand und sich aus dieser entwickelte, die nach 1945 wesentliche Elemente des nationalsozialistischen Bewusstseins und des Antisemitismus in die demokratische Nachkriegsgesellschaft überführte.

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