KULTURHAUS SCHWEINFURT
DIE INFRASTRUKTUR FÜR AGITPROP IN SCHWEINFURT

In Schweinfurt eröffnet 1985 ein soziokulturelles Zentrum, ein Kollektiv sorgt für den Aufbau  des gastronomischen Bereichs.
Das Kollektiv des Kulturhauses war für viele für viele Lebensmittelpunkt,  das sogenannte Kult Wohnzimmer und Arbeitgeber.

SW´s OPEN AIR
Die Dominanz der Jugendkulturarbeit unseres Kollektiv im Kult im Gegensatz zur ursprünglich beabsichtigten  
„Erwachsenenkulturarbeit“ führt zu Spaltung des Vereins. Nachdem das gekündigte Kollektiv das Kult „schlagzeilenträchtig“ besetzt und einen eigenen Verein gegründet hat, ist es auf sich allein gestellt. 
Da die ehemalige Schreinerei, in der das Kult untergebracht ist vom Abriß bedroht ist, schreiben wir 1989 ein umfangreiches Konzept, das die baulichen und finanziellen Möglichkeiten untersucht, den ehemaligen Stadtbahnhof in SW zum Jugendkulturhaus umzubauen und beweist wie wichtig unsere Arbeit für Gott und die Welt ist. 
  Sieben Jahre waren der Stadt in den Ohren gelegen, haben mit Schlips und Samsonite ein Theater aufgeführt, 1995 beginnen die Umbaumaßnahmen.



Sonst eher Gelegenheitsarbeiter, steht nun mein persönlicher Rekord an: Um das Vorhaben umzusetzen, halte ich zusammen mit einem Freund fast vier Jahre lang eine vier Tage Woche mit frühmorgendlichen Arbeitszeiten durch. Wir sind  ganztags, ja fast ganzjahres Schubkarrenschieber, Anleiter unserer ABM-Kräfte und Kämpfer gegen Architektenarroganz (dagegen hilft nur Überheblichkeit) und Behördenwahn (gegen die hilft nur eine aufgehetzte Bevölkerung und arglose Einfältigkeit bis zum provokativem Rechtsbruch).



Zur Durchführung des Millionenprojekts war Voraussetzung, das  Dutzende von Freunden und Mitarbeitern des Kults Schweiß und Tränen investieren. Kein Bauvorhaben wurde in Schweinfurt je von drei absoluten Baustopps unterbrochen, kaum eine Baustelle war aufsehenerregender, so oft Thema im Stadtrat. In einem Fall mußte ich als Nikolaus mit einem wild umher tanzenden Knecht Ruprecht die Haushaltsdebatten unterbrechen, um, durch roten Mantel autorisiert, den Honoratioren der Stadt und der anwesenden Presse die Leviten zu lesen. In einem anderen Fall half es, den Baureferent (untere Denkmalschutzbehörde) in München beim obersten Amt für Denkmalschutz zu verpetzten;- und die entsprechende Stellungnahme der Presse zuzuspielen.
Wie das Kult heute aussieht, was sich dort heute tut ist nachzulesen unter www.stattbahnhof-sw.de.